Entschleunigung in der Hektik des Urlaubs

Da habe ich im letzten deutschen Herbst Urlaub in Australien gemacht. Zum Glück ist dort dann Frühling.

Ich dachte und denke immer noch, dass ich mich da gut vorbereitet hatte und die meisten meiner Vorhaben konnte ich auch von meiner persönlichen Liste auch abhaken. Und doch: So gut man sich vorbereitet - man sollte doch Zeit haben, sich treiben zu lassen: Manchmal kommt es anders als man denkt und trotzdem, oder gerade deswegen sieht und erlebt man Dinge, von denen man nicht geträumt hätte.

Mir ist es so in Sydney ergangen:

Ich habe auch eine für mich sehr gute "Reiseführer-App" gefunden: Sydney Culture Walks. Da haben Menschen verschieden Routenvorschläge für die thematisch unterschiedlichsten Dinge erstellt. Mit einer Landkarte, Zeitvorschlägen und Fotos von den zu besichtigen Dingen. Ich nenne es: Die moderne Schnitzeljagd. Obwohl dieses Wort eigentlich falsch ist: Man sollte nicht den Dingen hinterher jagen - ich denke: Zeit. Zeit nehmen. Zeit ist ein sehr wichtiges Gut und man sollte sich Zeit nehmen und sie genießen. Nicht einfach schnell dahinfließen lassen.

Ich habe diesen Ausflug sehr genossen. Gerade deshalb, weil ich mir - ungeplant - viel Zeit für diese schönen Dinge genommen habe.

 

A  Culture Walk - from Chinatown to Circular Quay 

 

Laut Reiseführer-App sind dafür 1-2 h angedacht und es sind nur etwa 3 Km. Ich habe mir damals locker 4 - 5 h dafür Zeit genommen. Es sind aber meine eigenen Erfahrungen. Und bei mir waren es mehr als 3 Km.

Auch bei Museumstouren habe ich mir immer mehr Zeit genommen, als in den jeweiligen Reiseführern veranschlagt war. Ich denke mir immer: wie kommen die Leute auf so eine kurze Zeit ? Ich für mich möchte die Dinge, die ich sehe mit allen Sinnen wahrnehmen und genießen und nicht von Objekt zu Objekt hecheln.

Halt auch Zeit nehmen für die kleinen Dinge, Dinge, die gerne in der Hektik des Alltags übersehen werden.

 

Hier also eine „kurze“ Zusammenfassung der Besichtigungspunkte - da ich aber keinen neuen Reiseführer schreiben möchte, eine für meine Verhältnisse 😉 wirklich kurze Beschreibung:

 

Start war in Chinatown am Golden Water Mouth - Dabei handelt es sich um eine Skulptur mit einem Eukalyptusbaum und 23 Karat Gold bedeckt. 

 

Danach war ich noch in der Markthalle. Leider sind dort Aufnahmen nicht erlaubt… - dort findet man über Gemüse, Obst, Gewürze, T-Shirts, übliche Souvenirs allmögliche Dinge. Interessant sind teilweise die Preise: 3 T-Shirts für 25$. An anderes Stelle in Sydney bezahlt man für 1 T-Shirt der gleichen Sorte locker 35$…

 

Weiter ging es zu „In Between Two Worlds“ Abends ist das natürlich noch schöner anzuschauen, da wunderbar illuminiert 

 

Am Watling Tree  wird schnell vorbeigegangen, da man die Kunstwerke wohl eher als eine Art Eingangsbereich wahrnimmt - ist es aber nicht. Einfach mal Zeit nehmen und in Ruhe betrachten. Auch ruhig die anderen Leute vorbeiziehen lassen.

 

 

Queen Victoria findet man vor der gleichnamigen Einkaufsmall - Ich habe mir eben diese auch angeschaut. Ein tolles Gebäude ! Nicht nur wegen der Läden.

 

 

Circles in the Round - auch ein Club - also mehr etwas für Abends. Mitten in Sydney in einer kleinen Gasse gelegen

 

 

Youngsters - mich hat es berührt und betroffen gemacht: Dabei handelt es sich um eine Skulptur eines kleinen Kindes. Das Kunstwerk ist ein Mahnmal: Es war mal Politik in Australien, dass Flüchtlingskinder quasi kaserniert wurden und da haben sie teilweise ein brutales Schicksal erleiden müssen. Zum Glück ist das nicht mehr so. Diese Kinder waren u.a. auch froh, wenn sie etwas zum anziehen hatten. Heftigerweise steht dieses Kunstwerk an einer Ecke vor einem Gebäude in dem jetzt Burberry untergebracht ist - Dieser Laden gleicht einem griechischem Marmortempel und die Klamotten, die sie verkaufen sind für manche Menschen schon dekadent…

 

Cenotaph ist für mich ein typisches Denkmal zu ehren der gefallenen Soldaten - Interessant für mich war da eher die Skulptur einer griechischen Göttin ganz in der Nähe ( steh nicht im App-Plan, aber man darf ja auch ruhig davon abweichen ). Es gibt recht viele Griechen in Australien

 

 

 

 

Forgotton Songs ist für mich wieder ein typisches, wertvolles Kleinod, was gerne übersehen wird:

 

Wieder in einer kleinen, „unbedeutenen “  Nebenstrasse, gibt es ein Kaffee. Quer über die Strasse gespannt sind jede Menge Vogelkäfige: Sie symbolisieren die verlorenen Stimmen der Vögel Australiens, die man rund um Sydney hören konnten, bevor die Siedler aus Europa kamen…

 

Tobel Memorial Sculpture: wurde umgesetzt. Gewöhnungsbedürftig und trotzdem: Steht man direkt drunter, ergeben sich tolle Perspektiven und Eindrücke

 

 

Day In, Day Out  - da gibt es für mich kaum etwas zu sagen: Ich liebe orange Farbtöne 😍  

 

 

Obelisk of distance war früher ein Messpunkt in NSW

 

 

Windlines: The Scout Compass of Discovery: Quasi eine Art Windkompass der auf Gebiete um Sydney zeigt, die man entdecken darf ( so in etwa )

 

Ich finde, die Internetseite und mein YouTube-Channel ergänzen sich - zumindest manchmal 😉 - Deshalb auch hier der Link zu meinem neuen Video:

 

Dort könnt ihr euch das oben Beschriebene in einem "Fotovideo" anschauen. Viel Spaß dabei 😊

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